Langsam scheint unser Projekt Hausbau nun doch endlich Fahrt aufzunehmen. Viel zu langsam für unseren Geschmack. Nachdem mit dem Abbruch des Altbestands (ein kleines Einfamilienhaus nebst Seitengebäude mit integrierter Garage) durch die zu spät von unserem Planer veranlasste Medientrennung (Strom+Wasser -- ein Gasanschluss war nicht vorhanden) erst mit mehr als zwei Wochen Verzögerung starten konnte, mussten diese vom Abbruchunternehmen gleich wegen eines Defekts am eingesetzten Gerät wieder unterbrochen werden. Das Ergebnis waren zwei Wochen Stillstand auf der Baustelle bis der defekte Bagger (wohl deren einziger) wieder einsetzbar war. Danach ging es relativ schnell und eine weitere Woche später sah es auf der Baustelle nun so aus:

Zustand der Baustelle kurz vor Ende der AbbrucharbeitenZustand der Baustelle kurz vor Ende der Abbrucharbeiten

Inzwischen sind noch ein paar Tage vergangen und mittlerweile ist das Grundstück komplett von den Resten des Abbruchs befreit und es wurde bereits ein Loch gegraben, um die Höhe des Grundwasserspiegels beurteilen zu können. 

Was den Grundwasserspiegel angeht, so hatte ich bisher doch sehr große Bedenken. Die Stadt München stellt die Messdaten von vielen über die Stadt verteilten Messstationen alle zwei Wochen kostenfrei ins Internet. Außerdem kann man für die Region auch eine Karte mit den Isohypsen (Grundwasserstandslinien) einsehen. Und obwohl diese Karte extra mit dem Zusatz: "...diese Karte soll und kann keine speziellen Detailuntersuchungen für wasserwirtschaftliche, wasserrechtliche oder baugrundtechnische Fragestellungen ersetzen." versehen ist, konnte ich es mir als Ingenieur natürlich nicht verkneifen, aus den Daten der nahegelegensten Messtation (in ca. 200m Entfernung) und der Karte mit dem Grundwasserstandslinien den Grundwasserstand bei uns auf der Baustelle zu interpolieren. Mir war klar, dass das eine recht grobe Näherung ergeben würde, aber danach hätte sich der Grundwasserspiegel in ca. 2,4m Tiefe befinden müssen. Fast schon eine Katastrophe, denn wir haben fließendes Grundwasser und für die Baugrube muss mehr als 3 Meter tief gegraben werden. Zum Glück hatte ich mir die Sache wohl zu einfach vorgestellt (bzw. die Daten der Messstation waren falsch bzw. die Grundwasserstandslinien sind dynamischer als angenommen; schließlich ist die Karte schon 25 Jahre alt), denn so wie es derzeit aussieht müssen nur ca. 10cm Grundwasser abgepumpt werden. Das sollte im Gegensatz zu dem sonst fast 1m abzupumpenden Grundwasser zu schaffen sein, denn einen Meter fliessendes Grundwasser zu bändigen, das wäre nach Aussage des Planers bei uns wohl nicht machbar gewesen.

Von Lemmer & Fuchs haben wir im Werkvertrag ein Angebot für die 'Grundwasserabsenkung von maximal 20 cm' für einen Gesamtpreis für beide Doppelhaushälften von knapp 12.000EUR. Wir hätten uns gefreut, wenn wir uns diesen Posten durch einen tiefer liegenden Grundwasserstand komplett sparen könnten, aber wie es aussieht, muss nun doch gepumpt werden. Ich bin gespannt, welche Kosten für 10 cm statt der genannten 'maximal 20 cm' Grundwasserabsenkung anfallen werden.

Kommentare   

0 #1 RE: Abbrucharbeiten und GrundwasserstandBernd Dudenhöffer 2017-01-03 10:43
Das Problem mit dem Grundwasserspiegel kommt mir bekannt vor. Die Abbrucharbeiten verliefen noch reibungslos. Aber wir hatten mit Grundwassereintritt zu kämpfen, als die Grube ausgehoben wurde. Zum Glück waren die Zusatzkosten überschaubar.
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